Linke Demokratie

Mühsam, Erich

Erich Mühsam (geb. am 6. 4. 1878 in Berlin; ermordet am 10. 6. 1934 im KZ Oranienburg) war ein anarchistischer deutscher Dichter, Journalist, Schriftsteller und Politiker. Er fing früh an zu dichten, erfuhr dafür aber keine Unterstützung. Nachdem er der Schule verwiesen wurde, machte er seinem Vater zur Liebe, einem Apotheker, ebenfalls eine Ausbildung in diesem Beruf. Nach seiner Lehre und kurzzeitigen Beschäftigungen als Apothekergehilfe, führte er ab dem Jahr 1900 ein Leben als freier Schriftsteller. Er hat Kontakt zu der Szene der Berliner Boheme, ist sehr produktiv und geht auf Wanderschaft „(Aufenthalte in Zürich, Ascona (Monte Verità), Norditalien, München, Wien, Paris; ab 1909 ansässig in München.“ „Tatsächlich verfasst Mühsam auch während seiner »Wanderjahre« aufrührerische Flugblätter und hält flammende Reden auf politischen Versammlungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Seit 1903 wird er deshalb regelmäßig von Polizeispitzeln überwacht, deren Berichte ihn als »gefährlichen Agitator« und »einen der zügel-losesten anarchistischen Hetzredner« klassifizieren. (Liske, Markus. Sechs Tage im April: Erich Mühsams Räterepublik, Position 377). In München bzw. Schwabing gründet Mühsam die „Gruppe Tat“. Mühsam warnt schon früh vor dem Ersten Weltkrieg und ist auch während des Krieges aktiv gegen den Krieg, dabei stand er – „von Anfang an – in enger Verbindung mit den revolutionär-antimilitaristischen Kreisen des Spartakusbundes und besonders der Bremer Internationalisten […], habe die Übernahme einer Arbeit im ‚Vaterländischen Hilfsdienst‘ verweigert und befand mich in der letzten Zeit des Krieges in Traunstein in Zwangsaufenthalt.“ (FANAL, Jg.1, Nr. 8, S. 128).  Nach dem Fiedensschluss spielt er eine prominente Rolle in der bayrischen Räterepublik, was zu seiner Verhaftung führt. Er wird am 14.3.1919 verhaftet und zu 15 Jahren Kerkerhaft verurteilt. Am 21.12.1924 kommt er frei und lebt fortan in Berlin. „Als einer der eindringlichsten und frühesten Warner vor dem Nationalsozialismus wurde Mühsam am 28. 2. 1933 verhaftet (Gefängnis Lehrter Straße, KZ Sonnenburg, Gefängnis Plötzensee, Zuchthaus Brandenburg, ab Januar 1934 Konzentrationslager Oranienburg), 14 Monate lang Folter und Mißhandlungen ausgesetzt, in der Nacht zum 10. 7. 34 von SS ermordet.“ (Chris Hirte und Conrad Piens: Wer war Erich Mühsam? Kurze Biographie).

Links:
Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V: www.erich-muehsam.de
Erich Mühsam (1878 – 1934) auf www.anarchismus.at

Weitere Literatur: Alidusti, Kyrosch: Alidusti-Muehsam_aktualisiert–Was_hat_Erich_uns_zu_sagen_Vortrag_2016-11-10 Vortrag gehalten im VEB (Volkseigener Betrieb Politik, Kunst & Unterhaltung) Siegen, am 10.11.2016